Vaskuläre Geschwüre
Vaskuläre Geschwüre sind chronische Wunden, die durch Probleme in den Blutgefäßen, entweder Venen oder Arterien, in den unteren Gliedmaßen entstehen. Wenn die Durchblutung gestört ist, werden Haut und Gewebe nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, was die Wundheilung erschwert und die Bildung von Geschwüren erleichtert. Diese Geschwüre treten typischerweise an den Beinen und Füßen auf und werden je nach der zugrunde liegenden Ursache als venöse, arterielle oder gemischt arteriell-venöse Geschwüre klassifiziert.
Venöse Beingeschwüre (VLUs)
Was sind venöse Beingeschwüre?
Venöse Beingeschwüre sind die häufigste Form von Gefäßgeschwüren und werden durch chronische Veneninsuffizienz verursacht. Sie entwickeln sich typischerweise um den Innenknöchel herum, was auf den lang anhaltenden Druck und die Ansammlung von Blut in den Unterschenkelvenen zurückzuführen ist.
Wie kommt es zu der Wunde?
Bei der chronischen Veneninsuffizienz funktionieren die Venenklappen in den Beinvenen nicht mehr richtig, so dass das Blut zurückfließt und sich in den Unterschenkeln staut. Dies führt zu einem erhöhten Druck in den Venen (venöse Hypertonie), der die Haut allmählich schwächt. Die ständige Flüssigkeitsansammlung und die schlechte Durchblutung machen die Haut anfällig für Verletzungen, selbst wenn sie nur leicht verletzt oder aufgekratzt wird, was zur Bildung eines venösen Ulkus führt.
Was passiert, wenn sie nicht behandelt werden?
- Persistierende Wunde und verzögerte Heilung: Ohne ärztlichen Eingriff kann das Geschwür über Monate oder sogar Jahre bestehen bleiben, offen bleiben und anfällig für Infektionen sein.
- Chronische Entzündungen und Hautveränderungen: Anhaltender venöser Druck kann zu einer Verdickung und Verdunkelung der Haut um die Wunde herum führen (Lipodermatosklerose), was die zukünftige Heilung erschwert.
- Erhöhtes Infektionsrisiko: Die offene Wunde kann sich infizieren und möglicherweise auf das umliegende Gewebe (Zellulitis) oder tiefere Schichten, einschließlich Muskeln und Knochen, übergreifen.
- Schmerzen und Mobilitätsprobleme: Das Geschwür kann zunehmend schmerzhaft werden, insbesondere beim Stehen oder Gehen, was zu einer eingeschränkten Mobilität und Lebensqualität führt.
- Wiederkehrende Geschwüre: Selbst wenn sie abgeheilt ist, kann eine unbehandelte venöse Insuffizienz zu einem häufigen Wiederauftreten von Geschwüren führen, was einen Kreislauf der chronischen Wundversorgung zur Folge hat.
Arterielle Geschwüre (ischämische Geschwüre)
Was sind Arteriengeschwüre?
Arterielle Geschwüre, auch ischämische Geschwüre genannt, werden durch eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) verursacht - eine Erkrankung, bei der verengte oder blockierte Arterien den Blutfluss in den Beinen und Füßen verringern. Diese Geschwüre befinden sich häufig an den Zehen, Fersen oder Druckstellen an den Füßen und sind in der Regel sehr schmerzhaft.
Wie kommt es zu der Wunde?
Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit lagern sich Fettablagerungen (Atherosklerose) in den Arterien ab, die den Blutfluss behindern. Die verminderte Durchblutung führt dazu, dass selbst kleine Verletzungen nicht richtig heilen können. In Bereichen, die unter Druck stehen, wie Zehenspitzen oder Fersen, beginnt die Haut aufgrund des Sauerstoffmangels zu zerfallen, was zur Bildung von Geschwüren führt. Aufgrund der schlechten Durchblutung heilt die Wunde ohne ärztliches Eingreifen nur langsam oder gar nicht.
Was passiert, wenn sie nicht behandelt werden?
- Fortschreitender Gewebetod: Ohne ausreichenden Blutfluss kann das Gewebe um das Geschwür herum absterben und schwarz und trocken werden - ein Zustand, der als Nekrose oder trockene Gangrän bekannt ist.
- Starke Schmerzen und Unbehagen: Arterielle Geschwüre sind oft schmerzhaft, vor allem nachts oder wenn das Bein hochgelagert wird, was den Schlaf und das tägliche Leben erschwert.
- Risiko einer kritischen Ischämie der Gliedmaßen: Längerer Blutmangel kann zu einer kritischen Ischämie der Gliedmaßen führen, einem ernsten Zustand, der unter Umständen einen Notfalleinsatz erfordert, um den Verlust der Gliedmaßen zu verhindern.
- Amputation kann notwendig sein: Wenn eine Revaskularisierung nicht möglich ist und sich das Geschwür infiziert oder gangränös wird, kann eine chirurgische Entfernung der betroffenen Extremität erforderlich sein.
- Hohes Infektionsrisiko: Infizierte ischämische Geschwüre können sich schnell auf umliegendes Gewebe und den Blutkreislauf ausbreiten, was das Risiko einer Sepsis und lebensbedrohlicher Komplikationen erhöht.
Gemischte arteriell-venöse Ulzera
Was sind gemischte arteriell-venöse Ulzera?
Bei gemischten Geschwüren handelt es sich um Wunden, die durch eine Kombination aus venöser Insuffizienz und arterieller Erkrankung verursacht werden. Diese Geschwüre bilden sich typischerweise am Unterschenkel und weisen Merkmale sowohl von venösen als auch von arteriellen Geschwüren auf, was ihre Behandlung komplexer macht.
Wie kommt es zu der Wunde?
Bei gemischten Geschwüren sind sowohl die Venen als auch die Arterien geschädigt. Aufgrund der schwachen Venen sammelt sich das Blut in den Unterschenkeln, während verengte Arterien die Versorgung mit frischem Blut einschränken. Diese Kombination führt zu einem kritischen Ungleichgewicht in der Durchblutung, das die Haut verstopft und ihr den Sauerstoff entzieht. Das Gewebe wird sehr empfindlich, und selbst kleine Verletzungen können sich zu schwer heilenden Geschwüren entwickeln.
Was passiert, wenn sie nicht behandelt werden?
- Verzögerte oder ausbleibende Heilung: Da sowohl der Blutzufluss als auch der Blutabfluss beeinträchtigt sind, verläuft die Heilung extrem langsam oder kann ohne gezielte Gefäßbehandlung gar nicht stattfinden.
- Häufige Infektionen: Die beeinträchtigte Hautbarriere und der stagnierende Blutfluss erhöhen das Risiko von Bakterienwachstum und wiederkehrenden Infektionen.
- Starke Schmerzen und Gewebeschäden: Diese Geschwüre verursachen oft anhaltende Schmerzen, und der Mangel an sauerstoffreichem Blut kann zum Absterben des Gewebes führen, insbesondere in Fällen, in denen die Arterien dominieren.
- Hohes Risiko von Komplikationen: Ohne eine angemessene Beurteilung und einen koordinierten Behandlungsplan kann sich das Geschwür schnell verschlechtern, was die Wahrscheinlichkeit eines Krankenhausaufenthalts, eines chirurgischen Debridements oder einer Amputation erhöht.
- Komplexe Behandlung und Rezidive: Diese Wunden erfordern eine sorgfältige Behandlung sowohl der venösen als auch der arteriellen Probleme. Wenn sie nicht gründlich behandelt werden, treten gemischte Geschwüre häufig wieder auf und werden chronisch.